Was bedeutet eigentlich "Diversifikation" - und wie viel ist genug?
Drei Faustregeln, fünf häufige Fehler, ein Tabellen-Cheatsheet zum Mitnehmen.
Diversifikation ist mehr als "viele Aktien kaufen". Sie funktioniert nur, wenn die Positionen sich unterschiedlich verhalten. 40 Tech-Aktien sind keine Diversifikation - das ist ein Cluster.
Faustregel: Mindestens 15-25 Einzeltitel über 4-6 Branchen, ergänzt durch geographische Streuung (CH/EU/US/Emerging). Und: Achte auf die Korrelation, nicht nur auf die Anzahl.
Zwei Banken, die beide am gleichen Zinszyklus hängen, sind eine Position - keine zwei. Zwei Konsumgüter-Konzerne, die beide am selben Rohstoff-Markt hängen, ebenso.
Der häufigste Fehler: Home-Bias. Schweizer haben im Schnitt 70% ihres Aktienanteils in Schweizer Aktien. Das macht das Portfolio fragil gegen Schweiz-spezifische Risiken (Frankenstärke, SNB-Politik). 30-40% Schweiz, der Rest international ist ein vernünftiger Richtwert.
Zweiter häufiger Fehler: Zu viel Diversifikation. Wer mit CHF 5'000 startet, braucht keine 30 Positionen - die Transaktionskosten fressen die Diversifikationsvorteile auf. Mit einem ETF auf einen Welt-Index bist du in einem Trade in 1'500+ Unternehmen investiert.